Wird Kohl nicht rechtzeitig geschützt, können Schädlinge die Ernte innerhalb weniger Tage komplett ruinieren. Hier sind zehn wirksame Methoden – von absolut naturnahen Ansätzen bis hin zu gezielten Schutzbehandlungen. Am Ende finden Sie zudem ein bewährtes Rezept mit Kaliumpermanganat.
1. Absammeln per Hand
Bei kleineren Beeten bleibt das Absammeln die sicherste Methode. Kontrollieren Sie alle 2 bis 3 Tage die Blattunterseiten auf Raupen und Eiergelege. Nacktschnecken spürt man am besten abends oder nachts mit einer Taschenlampe auf.
2. Bestäuben mit Holzasche
Bestreuen Sie die feuchten Blätter nach dem Regen oder Gießen sowie den Boden um den Kohl herum großzügig mit gesiebter Holzasche. Für Schnecken ist die raue Asche eine schmerzhafte Barriere, und Raupen vergeht der Appetit. Nach starkem Regen erneuern.
3. Tabakstaub & Asche-Mischung
Mischen Sie Tabakstaub und Holzasche im Verhältnis 1:1 und bestäuben Sie die Pflanzen im morgendlichen Tau. Dies hält Kohlweißlinge fern und wirkt störend auf Raupen sowie Schnecken.
4. Salmiakgeist-Lösung
Besonders wirksam gegen Nacktschnecken:
- Rezept: 2 EL 10%igen Salmiakgeist (Ammoniakwasser) auf 10 Liter Wasser.
- Anwendung: Die Pflanzen aus der Gießkanne gründlich überbrausen (auch die Blattunterseiten). Der Geruch vertreibt Schädlinge sofort, während der enthaltene Stickstoff als sanfter Dünger dient.
5. Essig-Spritzung
Ideal, um Kohlweißlinge von der Eiablage abzuhalten:
- Rezept: 1 Glas (ca. 200 ml) 9%igen Haushaltsessig auf 10 Liter Wasser.
- Anwendung: Nur bei trockenem Wetter anwenden (nicht bei praller Hitze sprühen). Falter meiden die behandelten Blätter spürbar.
6. Schneckenfallen und Schutzbarrieren
- Bierfalle: Eingegrabene Becher mit Bier locken Schnecken durch den Hefe-Geruch an, aus denen sie nicht mehr entkommen.
- Schutzwall: Streuen Sie einen Schutzstreifen aus grobem Sand, zerkleinerten Eierschalen oder Nadelstreu um die Pflanzen. Für den weichen Schneckenkörper ist dies unpassierbar.
7. Biologische Präparate
Gegen Raupen helfen Bakterienpräparate wie Bacillus thuringiensis (z. B. Dipel oder vergleichbare Bio-Mittel). Nach dem Fressen der behandelten Blätter stellen die Raupen die Nahrungsaufnahme ein und sterben ab. Da Regen die Mittel abwäscht, etwa einmal pro Woche wiederholen.
8. Vliesabdeckung (Kulturschutznetz)
Decken Sie das Beet direkt nach dem Pflanzen mit leichtem Agrarvlies (17–30 g/m²) lückenlos ab. Gießen ist durch das Vlies hindurch möglich, aber Schmetterlinge können keine Eier ablegen. Schnecken im Boden werden dadurch allerdings nicht erfasst.
9. Zwiebelschalen-Aufguss
- Rezept: Einen Eimer zur Hälfte mit Zwiebelschalen füllen, mit kochendem Wasser übergießen und 24 Stunden ziehen lassen. Abseihen und mit Wasser zu einer hellbraunen Lösung verdünnen.
- Die Pflanzen komplett einsprühen. Der intensive Geruch verwirrt die Schmetterlinge.
10. Nützliche Nachbarn (Mischkultur)
Pflanzen Sie stark duftende Kräuter und Blumen zwischen die Kohlreihen:
- Studentenblumen (Tagetes)
- Ringelblumen (Calendula)
- Dill, Salbei oder Staudensellerie
Der starke Eigengeruch überdeckt den Kohlduft und zieht gleichzeitig Nützlinge an, die Raupen fressen.
Anwendung von Kaliumpermanganat (Lila Lösung)
Kaliumpermanganat desinfiziert primär, schreckt aber in Kombination mit Essig auch Falter ab.
- Rezept: 3 g Kaliumpermanganat in 10 Litern Wasser vollständig auflösen (keine Kristalle ungelöst lassen!).
- Zusätze: 3 EL Flüssigseife (für bessere Haftung) und 1 Glas 9%igen Essig beimischen.
- Anwendung: Kohlköpfe und Blattunterseiten gründlich einsprühen sowie den Boden angießen. Alle 10–14 Tage wiederholen.