
Viele Zimmerpflanzen machen tagsüber Sauerstoff und nachts eher das Gegenteil. Der Bogenhanf – auch Schwiegermutterzunge oder Sansevieria genannt – gilt in den Gärtnerstuben als Ausnahme: Er öffnet seine Spaltöffnungen in der Nacht. Deshalb stellen ihn so viele ins Schlafzimmer, nicht ins dunkle Bad ohne Fenster.
Ob die Luft im Zimmer dadurch spürbar anders wird, merkt nicht jeder. Was du aber merkst: Die Pflanze ist still, braucht kaum Platz und verzeiht, wenn du mal das Gießen vergisst. Genau deshalb steht sie bei Oma seit Jahren auf der Kommode neben dem Bett, nicht weil ein Wundermittel versprochen wird.
Gießen ist die häufigste Falle. Der Topf darf zwischen den Gaben fast austrocknen. Im Winter reicht oft alle drei bis vier Wochen ein Schluck, im Sommer etwas öfter. Bei Staunässe faulen die Rhizome. Untersetzer nach dem Gießen leeren. Lieber zu trocken als zu nass.
Licht mag er hell bis halbschattig, direkte Mittagssonne hinter Glas brennt die Blätter. Ein Platz zwei Meter vom Fenster reicht. Staub von den Schwertern abwischen, dann atmet die Pflanze besser. Umtopfen erst, wenn der Topf wirklich eng wird – Bogenhanf mag es wurzelnah.
Kindeln kannst du ihn leicht: Ein Blatt quer in Stücke schneiden, unten in trockene Anzuchterde stellen, wenig feucht halten. Oder den Wurzelstock teilen, wenn du umtopfst. Aus einem alten Topf werden so drei. Giftig ist er für Katzen und Hunde, also nicht zum Knabbern aufstellen.
Ein kräftiger Topf, karge Erde, wenig Wasser, ein heller Fleck im Schlafzimmer. Mehr Pflege braucht der Bogenhanf nicht. Wer nachts lieber ruhige Pflanzen um sich hat als durstige Blühwunder, ist mit ihm gut bedient.