Neun leichte Dehnungen für morgens und abends – ganz ohne Studio

Kein Kurs, keine Matte Pflicht, kein Programm für Sportler. Wer morgens steif aus dem Bett kommt oder abends vom Beet krumm steht, braucht oft nur ein paar ruhige Haltungen. Oma hat das nicht Yoga genannt – sie hat sich am Herd gestreckt, die Schultern kreisen lassen und sich auf den Teppich gesetzt.

Fang im Sitzen oder Stand an. Den Nacken ganz langsam zur Seite neigen, Kinn nicht in die Luft pressen. Dann die Schultern rückwärts kreisen, zehnmal reicht. Wer den ganzen Tag hackt oder am Bildschirm sitzt, merkt hier zuerst den Knoten. Atme ruhig, nichts reißen.

Auf den Boden: Katze und Kuh. Auf alle Viere, den Rücken rund machen, dann das Brustbein nach vorn schieben. Zehn ruhige Wechsel. Danach die Kindhaltung: auf die Fersen sitzen, die Stirn auf den Boden, Arme nach vorn oder neben den Körper. Eine halbe Minute bleiben, nicht den Atem anhalten.

Im Sitzen den Schmetterling: Fußsohlen zusammen, Knie fallen lassen, ohne zu drücken. Eine sitzende Vorbeuge über die gestreckten Beine – nur so weit, wie der Rücken lang bleibt. Wer nicht an die Zehen kommt, hält die Waden. Es geht nicht um Rekorde.

Zum Schluss in Rückenlage. Ein Knie zur Brust ziehen, dann das andere, dann beide. Eine sanfte Drehung: ein Knie über den Körper legen, den Blick zur anderen Seite. Wer mag, hebt das Becken leicht zur kleinen Brücke und senkt wieder. Am Abend die Beine hoch an die Wand legen und zwei Minuten liegen bleiben.

Jede Haltung etwa dreißig Sekunden, ohne Zwang. Bei Schwindel, starken Schmerzen oder nach einer Verletzung bleibst du beim Nacken- und Schulterkreis und hörst auf. Das ist Hausgymnastik für Garten und Küche, kein Ersatz für den Arzt. Ein Teppich, bequeme Kleidung, offenes Fenster – mehr Bühne brauchst du nicht.

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