Zeckenbisse: Alles, was Sie wissen müssen, um richtig zu reagieren

Bei einem Zeckenbiss zählt jede Minute: Je schneller die Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern wie Borrelien.

Sofortmaßnahme: Zecke richtig entfernen

1.Hautnah ansetzen:Pinzette oder Zeckenkarte flach anlegen.

Setzen Sie eine feine Pinzette, Zeckenzange oder Zeckenkarte so nah wie möglich an der Hautoberfläche direkt an den Mundwerkzeugen der Zecke an.

2.Langsam und gerade herausziehen:Körper niemals quetschen.

Ziehen Sie die Zecke mit gleichmäßigem, langsamem Zug senkrecht nach oben heraus. Ruckartige Bewegungen vermeiden und die Zecke nicht drehen. Vermeiden Sie jeglichen Druck auf den vollgesaugten Körper, da die Zecke sonst Speichel oder Mageninhalt in die Wunde abgibt.

3.Stelle desinfizieren:Hände und Wunde reinigen.

Desinfizieren Sie die Einstichstelle gründlich mit Wunddesinfektionsmittel oder hochprozentigem Alkohol und waschen Sie Ihre Hände.

4.Dokumentieren und beobachten:Beobachtungszeitraum: 4 Wochen.

Fotografieren Sie die Stelle, notieren Sie das Datum und markieren Sie den Bereich mit einem Stift, um spätere Hautveränderungen sofort zu erkennen.

Häufige Fehler (Absolutes No-Go)

  • Kein Öl, Klebstoff oder Alkohol auf die lebende Zecke: Dies versetzt das Tier in Todesangst, wodurch es vermehrt Erreger in die Wunde bricht.
  • Nicht drehen: Das Mundwerkzeug der Zecke ist ein Stachel mit Widerhaken, kein Gewinde. Beim Drehen reißt der Kopf leicht ab.
  • Verbliebene Reste nicht herausoperieren: Bleibt ein kleiner schwarzer Punkt (Mundwerkzeug) in der Haut, stößt der Körper diesen meist von selbst ab. Bei starker Rötung oder Entzündung einen Arzt aufsuchen.

Die zwei Hauptgefahren: Borreliose & FSME

MerkmalBorrelioseFSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
ErregerBakterien (Borrelia burgdorferi)Viren
ÜbertragungsdauerMeist erst nach 12–24 Stunden SaugzeitSofort beim Stich (im Speichel)
HauptsymptomWanderröte (Erythema migrans), schmerzfreiGrippeähnliche Symptome, evtl. Hirnhautentzündung
Behandlung/SchutzGut mit Antibiotika behandelbar (keine Impfung)Keine Heilmittel, aber Impfung verfügbar

Wann müssen Sie sofort zum Arzt?

  • Wanderröte: Ein roter Ring, der sich nach Tagen oder Wochen kreisförmig um die Einstichstelle ausbreitet (oft mittig abgeblasst).
  • Grippesymptome: Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen oder Abgeschlagenheit innerhalb von 1 bis 3 Wochen nach dem Stich.
  • Starke lokale Entzündung: Wunde wird heiß, pocht, schwillt stark an oder eitert.

Vorbeugung beim Aufenthalt im Grünen

  1. Kleidung: Lange, helle Hosen tragen (Zecken sind auf hellem Stoff besser zu erkennen) und Hosenbeine in die Socken stecken.
  2. Repellents: Insektensprays mit Wirkstoffen wie DEET oder Icaridin auf Haut und Kleidung auftragen (wirkt 3–5 Stunden).
  3. Absuchen: Nach dem Aufenthalt in Wald, Wiese oder Garten den gesamten Körper systematisch absuchen – besonders Kniekehlen, Leistengegend, Achseln, Haaransatz und hinter den Ohren.

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