Jetzt beginnt die wichtigste Phase im Gurkenanbau: die Hauptblüte und das aktive Ansetzen der Früchte. Jeder Hobbygärtner wartet sehnsüchtig auf die ersten knackigen Gurken – doch statt kleiner Fruchtansätze sieht man auf den Ranken oft nur reine “männliche” Blüten (Taubblüten).
Heute klären wir genau auf: Warum entstehen reine Blüten ohne Fruchtansatz, wie reduziert man sie und welcher Blattdünger hilft wirklich für eine reiche Ernte?
Männliche vs. weibliche Blüte: Wo liegt der Unterschied?
Bevor man das Problem bekämpft, muss man die Blüten unterscheiden können:
- Männliche Blüte (Taubblüte): Sie hat einen langen, dünnen und stilartigen Stängel. Sie bildet selbst keine Frucht, liefert aber den unentbehrlichen Blütenstaub für die Befruchtung.
- Weibliche Blüte: Am Blütenansatz sitzt bereits eine winzige, grüne Mini-Gurke. Ihr Stängel ist spürbar kürzer und dicker. Nach erfolgreicher Befruchtung wächst daraus die spätere Gurke.
Das Ziel ist es also, optimale Bedingungen zu schaffen, damit die Pflanze mehr weibliche Blüten ausbildet und diese nicht abwirft.
3 Schritte gegen die “männliche” Blütenflut
1. Sortenwahl & Standort anpassen
- Im Gewächshaus: Pflanzen Sie ausschließlich parthenokarpe Hybriden (selbstfruchtende Sorten). Bienenbestäubte Sorten bilden im geschlossenen Gewächshaus mangels Insekten meist nur unbefruchtete Blüten.
- Im Freiland: Wählen Sie sonnenverwöhnte Standorte (Süd- oder Südostseite). Im Schatten bilden Gurken vor allem Stängel und reine männliche Blüten.
- Kälteschutz: Vor allem bei kühlen Nächten sollten die Pflanzen abends mit Vlies abgedeckt werden. Kältestress fördert die Bildung wertloser Blüten.
2. Der Bor-Spritztrik für maximale Fruchtansätze
Während der Blüte ist Bor der entscheidende Schlüsselstoff. Es hält den Pollen keimfähig und sorgt dafür, dass aus den Blüten auch wirklich Gurken entstehen. Bei Bormangel fallen die Blüten unbefruchtet ab.
Wenn Sie feststellen, dass kaum Fruchtansätze nachkommen, hilft eine gezielte Blattdüngung mit einem borhaltigen Spezialpräparat (wie Borogum-M oder einem vergleichbaren flüssigen Bor-Chelat-Dünger):
- Ansetzung: 3 Teelöffel des flüssigen Bor-Präparats in 1 Liter Wasser auflösen (zuerst in etwas lauwarmem Wasser anrühren, dann auffüllen).
- Anwendung: Die Blätter 2–3 Mal im Abstand von etwa einer Woche gründlich einsprühen.
3. Regelmäßige Folgedüngung
Sobald die ersten Gurken wachsen, verbraucht die Pflanze enorm viele Nährstoffe. Alle 14 Tage sollte nun ein ausgewogener, komplexer Gurkendünger (ca. 1 EL auf 10 Liter Wasser) gegeben werden, damit die Pflanze bis zum Ende der Saison nicht entkräftet.