Zwei gezielte Düngungen für bis zu 30 Fruchtansätze pro Tomatenstrauch

Wer kennt das nicht? Die Tomatensträucher sehen prächtig aus – kräftig, tiefgrün und übervoll mit leuchtenden Blüten. Es wirkt, als stünde eine Rekordernte bevor. Doch nach wenigen Tagen fallen die Blüten unbefruchtet ab. Viele machen dafür die Hitze, Kälteeinbrüche oder schlechtes Saatgut verantwortlich. Der wahre Grund ist jedoch meist ein anderer: Die Pflanzen erhielten im entscheidenden Moment die falsche Nahrung.

Warum Tomaten ihre Blüten abwerfen

Jede Tomatenblüte hat nur etwa eine Woche Zeit, um befruchtet zu werden. Erhält die Pflanze in diesem Zeitfenster nicht die passenden Nährstoffe für die Fruchtbildung, stößt sie die Blüten ab, um keine Energie zu verschwenden.

Der häufigste Fehler: Die Weitergabe von Stickstoffdüngern (Brennnesseljauche, Mist, Hühnerdung) während der Blütephase. Stickstoff zwingt die Pflanze dazu, noch mehr Laub zu bilden, anstatt Früchte anzusetzen.

Im Juni und Juli benötigen Tomaten stattdessen:

  • Phosphor: Hält die Fruchtansätze stabil an der Pflanze.
  • Kalium: Steuert die Nährstoffversorgung der Früchte, deren Festigkeit und Entwicklung.

1. Monokaliumphosphat: Die Hauptnahrung zur Blütezeit

Monokaliumphosphat ist in dieser Phase der ideale Dünger, da die Nährstoffe für das Wurzelsystem sofort pflanzenverfügbar sind.

  • Rezept: 10–15 g Monokaliumphosphat in 10 Litern Wasser auflösen.
  • Anwendung: Ausschließlich auf vorgewässertem Boden ausbringen. 1 Liter Lösung pro Pflanze an die Wurzel gießen.
  • Intervall: Alle 12 Tage wiederholen.

Diese Wurzeldüngung sorgt selbst bei hochwachsenden Stabtomaten für eine enorme Dichte an Fruchtansätzen.

2. Borsäure: Der sichere Schutz vor Blütenabwurf

Selbst mit reichlich Kalium und Phosphor kann die Ernte ausbleiben, wenn Bor fehlt. Bor sorgt für die Keimfähigkeit des Blütenstaubs. Besonders ab +28 °C leidet die natürliche Bestäubung extrem und die Blüten fallen massenhaft ab.

  • Rezept: 1 g Borsäure zuerst in etwas heißem Wasser auflösen und danach auf 1 Liter Wasser auffüllen.
  • Anwendung: Früh morgens oder abends gezielt die Blütentrauben besprühen.
  • Intervall: 2 Anwendungen pro Saison im Abstand von etwa 10 Tagen reichen völlig aus.

Typische Fehler, die Sie vermeiden sollten

  • Hefedünger zur Blütezeit: Hefe setzt im Boden Prozesse frei, die die Stickstoffaufnahme fördern – die Pflanze treibt wieder nur Laub aus und wirft Blüten ab.
  • Holzasche zeitgleich mit Monokaliumphosphat: Die alkalische Wirkung der Asche blockiert die Aufnahme von Phosphor. Halten Sie zwischen beiden Düngungen mindestens 5–7 Tage Abstand.
  • Jod als Fruchtansatz-Wundermittel: Jod dient primär dem Pflanzenschutz; auf das Ansetzen von Früchten hat es kaum direkten Einfluss.

Fazit

Die Kombination aus einer Wurzeldüngung mit Monokaliumphosphat und einer Blattspritzung mit Borsäure ist die verlässlichste Methode, um den Blütenabwurf zu stoppen. Wer jetzt auf Stickstoff verzichtet und gezielt Phosphor, Kalium und Bor liefert, verwandelt die Blütenpracht in bis zu 30 feste Tomaten pro Strauch!

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