Das ist der nächste typische Clickbait-Titel aus der Gartenwelt! Hinter der reißerischen Überschrift steckt aber tatsächlich eine extrem wichtige Sommer-Maßnahme im Gemüsebeet.
Beim „doppelten Schädling“ geht es in den allermeisten Fällen nicht um Tiere, sondern um die zwei gefürchtetsten Pilzkrankheiten bei Tomaten, die ab Juli zuschlagen: Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans) sowie die Dürrfleckenkrankheit (Alternaria solani).
Warum genau im Juli handeln?
Im Juli sind die Tomatenpflanzen dicht gewachsen, die Nächte werden feuchter und die Temperaturen steigen – das perfekte Klima für Pilzsporen. Die Sporen lauern oft im Boden und werden durch Spritzwasser beim Gießen auf die unteren Blätter übertragen.
Die 3-Schritte-Maßnahme für ALLE Tomatenpflanzen im Juli
- Untere Blätter konsequent entfernen (Ausgeizen & Entlauben):
- Schneiden oder knipsen Sie alle Blätter im untersten Bereich der Pflanze ab (ca. 20–30 cm über dem Boden).
- Der Effekt: Wassertropfen spritzen beim Gießen nicht mehr vom Boden auf die Blätter, und die Luft kann unten besser zirkulieren.
- Dichtes Laub auslichten:
- Entfernen Sie Geiztriebe und Blätter, die nach innen wachsen oder andere Blätter überlappen.
- Der Effekt: Nach einem Regen oder Morgentau trocknen die Blätter viel schneller ab. Pilze brauchen Feuchtigkeit, um auf dem Blatt zu keimen.
- Präventiver Schutzaufguss (Omas Hausmittel):
- Viele schwören im Juli auf das wöchentliche Besprühen der Pflanzen mit einer Magermilch-Wasser-Mischung (1 Teil Milch, 8–10 Teile Wasser) oder Schachtelhalmbrühe.
- Die Milchsäurebakterien bzw. die Kieselsäure stärken die Zellwände der Blätter und erschweren es den Pilzsporen einzudringen.
Wichtigste Regel beim Gießen: Niemals die Blätter von oben nass machen – immer nur direkt an der Wurzel gießen!
Bauen Sie dieses Jahr selbst Tomaten an und haben Sie schon vergilbte oder braune Blätter entdeckt?