Der kleine Stoffstreifen auf dem Rücken von Hemden – im Englischen als Locker Loop bekannt – hatte ursprünglich eine rein praktische Funktion: Er diente zum knitterfreien Aufhängen des Hemdes an einfachen Haken, als Kleiderbügel noch nicht verbreitet waren.
Seefahrt und Arbeiterkleidung
Ursprünglich entstand die Schlaufe bei US-Seefahrern der Ostküste. Auf Schiffen gab es keine Schränke oder Kleiderbügel, sondern nur Wandhaken. An der Schlaufe aufgehängt, knitterte das Hemd deutlich weniger als an einem normalen Kragen.
Ivy-League-Kultur (1960er)
Bekannt wurde das Detail durch die Modemarke GANT, die Hemden für US-Eliteuniversitäten lieferte. Studenten hängten ihre Hemden während des Sports an den Haken in ihren Umkleidespinden (Lockers) auf – daher der Name Locker Loop.
Signal für den Beziehungsstatus
In den 1960er- und 70er-Jahren entwickelte sich die Schlaufe zum romantischen Code auf dem Campus:
- Schlaufe abgeschnitten: Der Träger war fest vergeben (oft trennte die Partnerin die Schlaufe ab).
- Schlaufe noch dran: Der Träger war Single und auf der Suche.
- Frauen trugen den Loop: Manchmal rissen Frauen die Schlaufe ab und trugen sie am eigenen Hemd oder als Armband, um zu zeigen, dass sie vergeben waren.
Heute haben Kleiderbügel die Schlaufe überflüssig gemacht. Bei modernen Hemden dient sie fast ausschließlich als nostalgisches Designelement traditionalistischer Modemarken.