Während der Hauptblüte verlangen Gurken nach drei ganz bestimmten Nährstoffen: Bor, Kalium und Calcium. Bor sorgt dafür, dass die Blüten befruchtet werden und nicht abfallen; Kalium garantiert knackige, saftige Früchte ohne Bitterstoffe; Calcium schützt vor Blütenendfäule.
Stickstoff sollte in dieser Phase spürbar reduziert werden, da die Pflanze sonst nur riesiges Laub bildet, statt Früchte anzusetzen.
Hier sind die 5 wirksamsten Düngemethoden für die Blütezeit:
1. Borsäure: Der Spitzenreiter für sichere Fruchtansätze
Bor ist während der Blütezeit das unentbehrlichste Spurenelement. Es verbessert die Befruchtung und schützt die weiblichen Blüten vor dem Abfallen.
- Rezept: 2 g Borsäure (ca. ½ TL) auf 10 Liter Wasser.
- Zubereitung: Lösen Sie das Pulver zuerst in etwas heißem Wasser auf (in kaltem löst es sich schlecht) und geben Sie es dann in den Eimer.
- Anwendung: Früh morgens oder abends gezielt die Blätter und Blüten einsprühen. 1–2 Anwendungen pro Saison im Abstand von 10 Tagen reichen völlig aus.
2. Holzasche-Aufguss: Natürliches Kalium, Calcium & Phosphor
Holzasche ist ideal für Gurken, da sie absolut chlorfrei ist (Gurken reagieren sehr empfindlich auf Chlor).
- Rezept: 1 Glas gesiebte Holzasche mit 10 Litern warmem Wasser übergießen.
- Anwendung: 24 Stunden unter gelegentlichem Umrühren ziehen lassen. Auf feuchten Boden etwa 0,5 bis 1 Liter pro Pflanze an die Wurzel gießen.
3. Kaliumnitrat: Schnelle Hilfe für geschwächte Pflanzen
Sehen die Sträucher geknickt aus und vergilben die jungen Fruchtansätze, fehlt es akut an Kalium.
- Rezept: 20–25 g Kaliumnitrat in 10 Litern Wasser auflösen.
- Anwendung: Alle zwei Wochen an die Wurzel gießen. Das sorgt für kerzengerade, saftige Gurken.
4. Hefe-Zucker-Kick für die Wurzeln
Die Hefe ist kein klassischer Dünger, sondern ein geballter Aktivator für das Bodenleben und das Wurzelwachstum.
- Rezept: 10 g Trockenhefe und 2 EL Zucker in 3 Litern warmem Wasser auflösen und 3–4 Stunden gären lassen. Danach mit Wasser auf 10 Liter auffüllen.
- Anwendung: Ca. 0,5 Liter pro Strauch gießen.
Wichtig: Geben Sie zeitnah stets ein Glas Holzasche zum Boden, da Hefe beim Abbauprozess dem Boden Kalium entzieht!
5. Kräuterjauche: Der biologische Nährstoff-Mix
Eine Vergärung aus Unkräutern stellt ein reichhaltiges Spektrum an Spurenelementen bereit.
- Rezept: Einen Eimer zu zwei Dritteln mit samenlosen Brennnesseln, Giersch oder Rasenschnitt füllen, mit Wasser auffüllen und 7–10 Tage gären lassen.
- Anwendung: Den Sud im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnen und etwa einmal pro Woche gießen.
Was Sie für maximale Fruchtansätze zusätzlich beachten sollten:
- Niemals kaltes Wasser nutzen: Gießwasser muss mindestens +22 °C warm sein. Kaltes Wasser verursacht Wurzelschock, Pilzkrankheiten und Blütenabwurf.
- Insekten anlocken: Bei bienenbestäubten Sorten hilft ein Spritzer Honigwasser (1 TL Honig auf 1 Liter Wasser) auf die Blüten, um Bestäuber anzulocken.
- Büschelgurken (F1-Hybriden) besonders pflegen: Hybriden mit mehreren Fruchtansätzen pro Blattknoten benötigen wöchentlich Nahrung. Verwenden Sie hier Düngelösungen in halber Konzentration, um die Wurzeln nicht zu überlasten.
Fazit: Der beste Erfolg stellt sich durch Abwechslung ein: Alle 10 Tage eine Wurzeldüngung (Asche oder Kaliumnitrat) und dazwischen eine leichte Blattspritzung mit Borsäure!