Meine Lieben, wenn der Garten im Spätsommer vor Tomaten nur so strotzt, dann denke ich nicht an den Kühlschrank – ich denke an den Keller. Eine gute Tomatensoße, die man selbst eingekocht hat, schmeckt nach Sonne, nach Geduld und nach Sonntagmittag, auch wenn draußen schon der erste Nebel hängt. Heute zeige ich euch, wie ich meine Tomatensoße einkochen, ohne Schnickschnack und ohne Panik. Es ist Handarbeit, aber keine Hexerei.
Ob ihr die Soße später zu Nudeln, zu Gulasch von Oma Magda oder einfach zu einem Stück Brot reicht – der Vorrat lohnt sich. Und glaubt mir: Wenn ihr einmal den Deckel vom eigenen Glas dreht, wollt ihr die fertige Flasche aus dem Supermarkt kaum noch.
Zutaten und Material
Für etwa 6 bis 8 Gläser à 400 ml braucht ihr:
Zutaten
- 4 kg reife Tomaten (Fleisch- oder Salattomaten, möglichst aromatisch)
- 2 mittelgroße Zwiebeln
- 3–4 Knoblauchzehen (nach Geschmack)
- 4 EL Olivenöl oder neutrales Speiseöl
- 2 TL Salz (vorsichtig dosieren, nach dem Einkochen nachwürzen)
- 1 TL Zucker (nimmt die Säure, kein Muss)
- 1 Bund Basilikum oder 2 TL getrocknetes Basilikum
- 1 TL getrockneter Oregano
- Frisch gemahlener Pfeffer
- Optional: 1 kleine Karotte für milde Süße, 1 EL Tomatenmark für Farbe
Material
- großer Topf (mindestens 6–8 Liter)
- Stabmixer oder Passe-vite / Passiermühle
- Einmachgläser mit Schraubdeckeln (neu oder einwandfrei)
- großer Einkochtopf oder Backofen
- Schaumlöffel, Trichter, saubere Geschirrtücher
- Etiketten und Stift
Wichtig: Gläser und Deckel müssen sauber und heiß gespült sein. Ich stelle sie kurz vor dem Abfüllen in den heißen Backofen (ca. 100 °C) oder spüle sie mit kochendem Wasser. Deckel niemals wiederverwenden, wenn die Dichtung schon einmal fest zugedrückt war und nachgibt.
Schritt für Schritt: So koche ich die Soße ein
1. Tomaten vorbereiten
Die Tomaten waschen, Strunk entfernen und grob würfeln. Wer die Haut nicht mag, kann die Tomaten kurz überbrühen: Kreuz einschneiden, 30 Sekunden in kochendes Wasser, dann in Eiswasser, Haut abziehen. Ich lasse die Haut oft dran und püriere später – das spart Zeit und behält Aroma.
2. Zwiebel und Knoblauch anschwitzen
Öl im großen Topf erhitzen, Zwiebeln fein würfeln und bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Knoblauch dazu, kurz mitrösten – nicht braun werden lassen, sonst wird die Soße bitter. Wer mag, röstet jetzt das Tomatenmark kurz mit.
3. Tomaten einkochen lassen
Tomatenwürfel dazu, salzen, pfeffern, Zucker und Kräuter zugeben. Deckel auflegen und bei mittlerer Hitze 45 bis 60 Minuten köcheln lassen. Ab und zu umrühren, damit nichts ansetzt. Die Masse soll deutlich reduzieren und dickflüssig werden. Je länger und ruhiger, desto intensiver der Geschmack.
4. Pürieren und abschmecken
Mit dem Stabmixer fein pürieren oder durch die Passiermühle streichen. Noch einmal 10 Minuten aufkochen lassen. Abschmecken: Salz, Pfeffer, eventuell ein Hauch Zucker. Die Soße sollte jetzt schon so schmecken, wie ihr sie später essen wollt – beim Einkochen wird der Geschmack etwas milder, aber grundsätzlich bleibt er.
5. Heiß abfüllen
Die noch kochend heiße Soße mit dem Trichter in die heißen Gläser füllen. Rand sauber wischen, Deckel fest zuschrauben. Nicht bis zum äußersten Rand – etwa 1 cm Kopfraum lassen.
6. Einkochen / Haltbar machen
Im Wasserbad: Gläser in den Einkochtopf stellen, Wasser bis etwa drei Viertel der Glas-Höhe, Deckel auf den Topf. Bei leichtem Köcheln 30 bis 40 Minuten bei ca. 90–100 °C einkochen (je nach Glasgröße und Rezeptbuch eures Topfes). Danach Gläser herausnehmen und ungestört abkühlen lassen.
Im Backofen (für viele praktikabel): Gläser auf ein Blech mit etwas Wasser, in den vorgeheizten Ofen bei ca. 100 °C für etwa 40 Minuten. Danach Ofen aus, Tür leicht offen, Gläser langsam abkühlen lassen.
Wenn die Deckel beim Abkühlen „einziehen“ (Delle nach innen), ist das Vakuum da. Gläser beschriften mit Datum und Inhalt. Kühl, dunkel und trocken lagern.
Tipps von Oma Magda
- Nur reife, unversehrte Früchte. Halbgrüne oder matschige Stellen wegschneiden. Schlechte Tomaten spoilen den ganzen Topf.
- Nicht zu stark salzen vor dem Einkochen. Ihr könnt später beim Aufwärmen nachwürzen. Zu viel Salz bleibt.
- Kräuter frisch oder getrocknet? Frisches Basilikum gebe ich oft erst am Ende dazu, damit es nicht grau wird. Getrocknetes hält sich besser im Glas.
- Keine Milch, kein Sahne in die Einkochsoße. Milchprodukte gehören nicht in den Vorratsglas – die Soße bleibt so länger stabil und AdSense-tauglich alltagstauglich ohne Experimente.
- Deckel prüfen. Wenn ein Deckel nach Tagen wieder „klackt“ und sich leicht hochdrücken lässt, den Inhalt in den Kühlschrank und bald verbrauchen – oder noch einmal frisch aufkochen und neu abfüllen, falls alles einwandfrei riecht und aussieht.
- Portionen denken. Lieber mehrere kleine Gläser als ein riesiges. Einmal geöffnet, gehört die Soße in den Kühlschrank und wird zügig verbraucht.
Variationen
Arrabbiata-Stil: Eine kleine getrocknete Chilischote oder eine Prise Chiliflocken mitkochen – vorsichtig, die Schärfe wächst beim Stehen.
Mediterran: Oregano, Thymian und ein Lorbeerblatt. Lorbeer vor dem Abfüllen entfernen.
Mild und kindertauglich: Mehr Karotte, weniger Knoblauch, kein Chili. Zucker nur einen Hauch.
Mit Gemüse: Paprika oder Sellerie mitdünsten – macht die Soße süßer und füllt sie auf, wenn die Tomaten knapp sind.
Als Basis für andere Gerichte: Die klare, reine Tomatensoße ist Grundlage für Lasagne, für einen einfachen Nudeltopf oder als Begleitung zu Braten. Wer mag, rührt später beim Aufwärmen etwas Butter oder Öl unter – aber erst dann, nicht vor dem Einkochen.
FAQ
Wie lange hält selbst eingekochte Tomatensoße?
Bei sauberem Arbeiten und intaktem Vakuum oft 8 bis 12 Monate an einem kühlen, dunklen Ort. Nach dem Öffnen im Kühlschrank und innerhalb weniger Tage verbrauchen.
Muss ich Zitronensäure oder Essig zugeben?
Viele klassische Hausrezepte arbeiten ohne. Tomaten sind von Natur aus säurehaltig. Wer besonders sicher gehen will und moderne Einkoch-Empfehlungen befolgt, kann nach geprüften Anleitungen aus dem Einmachbuch eine kleine Menge Zitronensäure dosieren. Ich bleibe bei reifen Tomaten, Hitze und sauberen Gläsern – und prüfe jedes Glas vor dem Essen mit Augen und Nase.
Kann ich die Soße einfrieren statt einkochen?
Ja. In Gefrierbeuteln oder Dosen abfüllen, Platz zum Ausdehnen lassen. Haltbarkeit im Gefrierfach mehrere Monate. Nach dem Auftauen noch einmal aufkochen.
Warum schmeckt meine Soße wässrig?
Zu wenig reduziert. Länger köcheln ohne Deckel, bis sie cremig-dick ist. Oder zu wasserreiche Tomaten – dann hilft etwas Tomatenmark.
Darf ich die Soße mit Fleisch einkochen?
Für den klassischen Vorrat lasse ich Fleisch weg. Fleischhaltige Soßen gehören anders behandelt und sind für den Alltagsvorrat im Glas heikler. Lieber die vegetarische Basis einkochen und Fleisch frisch dazu braten – etwa zu einem Sonntagsgulasch.
Zum Schluss
Meine Lieben, Tomatensoße einkochen ist ein kleines Ritual: schneiden, rühren, warten, abfüllen. Am Ende stehen die Gläser in der Reihe wie kleine Sonnen im Regal. Wenn ihr dann im Winter die Kartoffelsuppe wie bei Oma kocht oder einen Blechkuchen backt, öffnet einfach ein Glas – und der Sommer ist wieder da.
Viel Freude beim Einkochen. Und wenn die Küche nach Tomate duftet, wisst ihr: Ihr habt alles richtig gemacht.
Mit herzlichen Grüßen
eure Oma Magda