Spritzen, nicht ertränken
Viele gießen bei leeren Blüten extra, bis die Erde sauer steht – und es wird nicht besser. Was die Blüte braucht, kommt oft besser über das Blatt: eine milde Molkespritzung am Abend. Drei Esslöffel auf einen Liter Wasser, fein verteilt, nicht in der Mittagssonne. Das ist kein Wundermittel aus der Flasche, sondern Küche und Gießkanne.
1. Der Ansatz
3 EL Molke auf 1 Liter Wasser, gut verrühren. Keine Molke da? Milch 1:10, 100 ml Milch auf 1 Liter. Immer frisch, nie eine Kanne aus der letzten Woche. Wer will, gibt eine Prise Backpulver dazu, einen halben Teelöffel auf den Liter – der Film legt sich besser, und milde Alkalität stört Mehltau. Nicht häufen.
2. Wann und wie
Abends oder ganz früh, Himmel bedeckt ist ideal. Unterseite der Blätter nicht vergessen, Triebspitzen und Blütenansätze leicht nebeln, nicht tropfnass. In praller Sonne brennen Milchflecken. Nach Regen am nächsten Abend wiederholen, sonst war die Gabe weg.
3. Rhythmus
Alle 7–10 Tage in der Blüte und frühen Tragzeit. Dazwischen nur Wasser an den Fuß. Wer jeden zweiten Tag spritzt, verklebt die Spaltöffnungen und nützt nichts.
4. Die Wurzel nicht vergessen
Spritzen ersetzt keine Bodendüngung. Einmal in der Woche 1 EL Kaliumsulfat auf 10 Liter an den Fuß, oder ein Glas Holzasche auf 10 Liter über Nacht gezogen. Leer bleiben Blüten auch, wenn unten Kalium fehlt.
5. Was ihr seht
Weibliche Blüten – die mit dem Mini-Fruchtansatz – bleiben sitzen und schwellen an, statt am zweiten Tag zu welken. Männliche Blüten ohne Gurke dahinter sind normal, die zählt ihr nicht als „leer“.
Extra-Tipp von Oma
Nie Molke, Jauche und Asche in eine Spritze kippen. Ein Mittel, einen Abend, zuschauen. Türen im Gewächshaus auf, damit Bienen helfen. Drei Löffel, ein Liter, Abendstunde. Dann bleiben die Blüten nicht leer, und die Ansätze sitzen dicht.